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Verlag - Archiv

BaltArt macht Furore auf europäischem Parkett: Präsentation von «Ville macht sich auf die Socken» in Berlin am 23. Januar 2014

Pressemeldung der Vertretung der Europäischen Kommission in Deutschland:

Lesespass mit der estnischen Autorin Kairi Look

24.01.2014Erstmals in der fast sechsjährigen Geschichte der Reihe „Europa literarisch“ stand ein Kinderbuch im Mittelpunkt der Lesung im Europäischen Haus.

Die junge estnische Autorin Kairi Look, Jahrgang 1983, präsentierte gemeinsam mit dem Leiter der Literaturwerkstatt Berlin, Dr. Thomas Wohlfahrt, ihr Buch «Ville macht sich auf die Socken», das von Elina Sildre farbenfroh illustriert wurde. Der Lemur Ville macht sich gemeinsam mit dem welterfahrenen Eichhörnchen Pierre auf in die beiden europäischen Hauptstädte Amsterdam und Paris. Staunend erlebt Ville in Amsterdam Tulpenmärkte, Cafés, Käseläden und Grachten und in Paris die Welt der Malerei im Louvre und auf dem Montmartre. «Man darf Kinder nicht unterschätzen», so Kairi Look, die ihren Roman selbst als „Reise- und Bildungsroman für Kinder“ bezeichnet und bewusst auf eine fröhliche, moderne Sprache setzt. «Ich möchte die Neugier der Kinder wecken und sie dazu bringen, Fragen zu stellen». Die zahlreichen Gäste im Europäischen Haus konnten sich dank Peter Urban-Halle, der einige Passagen aus dem Buch las, selbst vom Sprachwitz des Buches überzeugen.

In Estland, einem Land mit lediglich etwas mehr als 1,3 Millionen Einwohnern, das sich deshalb auch über die Sprache definiert, haben Bücher einen hohen Stellenwert. Die deutsche Übersetzung von „Ville macht sich auf die Socken“ stammt von Irja Groenholm und wurde auch ermöglicht durch eine großzügige Kulturförderung des estnischen Staates.
Die nächste Veranstaltung im Rahmen der Reihe „Europa literarisch“ findet am 12.2. statt und ist der finnischen Autorin Eeva-Kaarina Aronen gewidmet.

Quelle: 
http://ec.europa.eu/deutschland/press/pr_releases/12014_de.htm

Die Veranstaltungsreihe „Europa literarisch“ wurde zu Beginn des Jahres 2008 auf Initiative der Vertretung der Europäischen Kommission in Deutschland aus Anlass des „Europäischen Jahres des interkulturellen Dialogs“ ins Leben gerufen. Das Projekt wird in Zusammenarbeit mit EUNIC aufgrund des großen Erfolgs beim Publikum auch im Jahr 2014 fortgesetzt und befindet sich in der dritten Runde.

Ziel der Reihe ist es, der Öffentlichkeit die Literatur und Autoren der EU-Mitgliedstaaten und anderer europäischer Länder nahe zu bringen und damit auch eine Brücke zur Realität der Mehrsprachigkeit in Europa zu schlagen. Die Literatur gibt zudem Einblick in die Politik und Zeitgeschichte eines Landes und erlaubt die Auseinandersetzung mit aktuellen und politischen Fragen.

EUNIC Berlin (Gemeinschaft der europäischen Kulturinstitute in Berlin, www.eunic- berlin.eu) versteht sich als Forum, in dem die im Zuge der Vereinigung Europas entstehenden kulturpolitischen Herausforderungen, Interessen, Probleme und Fragen diskutiert werden. Insbesondere die Unterstützung der Integration der neuen EU- Mitgliedstaaten und die Bündelung der Kompetenzen zur Förderung einer engeren Zusammenarbeit mit dem Berliner Senat, der Kulturabteilung des Auswärtigen Amtes und dem Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien sind zentrale Anliegen der Gemeinschaft.

Den Reigen der Veranstaltungen 2014 eröffnet Estland mit der jungen Autorin Kairi Look. Ihr Debüt «Ville macht sich auf die Socken» ist ein humorvolles und geistreiches Kinderbuch über den jungen, neugierigen Lemur Ville und seine tollen Abenteuer in Europa. Der aufgeweckte und interessierte Affe ist eine Ausnahme unter seinen ignoranten Artgenossen und findet in seinem abgelegenen Heimatwald niemanden, der mit ihm die Welt entdecken möchte. Ihm bleibt also nichts anderes übrig, als sich Pierre, einem hochnäsigen, aber weltgewandten Eichhörnchen aus Paris, anzuschließen.

Als blinde Passagiere gehen sie an Deck eines Kreuzfahrtschiffs, mit dem sie nicht – wie angenommen – in Paris, sondern in Amsterdam landen, wo sich ein staunender Ville von all den Dingen begeistern lässt, die die Niederländer lieben: bunte Tulpenmärkte, romantische Grachten, das Käsegeschäft, das selbst die wählerische Königin besucht, oder ein gemütliches Katzencafé. Nach dem leichtfüßigen und unkonventionellen Amsterdam reisen sie weiter ins weltstädtische Paris, wo sie neue Abenteuer erwarten. Das im Louvre beheimatete Ferkel Brita entführt sie in die Welt der großen Kunst, und auf dem Montmartre schließen sie Bekanntschaft mit dem Porträtmaler Igel Siilius III. Inmitten all dieser Abenteuer erfährt Ville aber auch, dass einen vor allem ein gutes Herz und ein offener Geist weiterbringen.

Kairi Look wurde 1983 in der estnischen Hauptstadt Tallinn geboren und lebt heute sowohl in Amsterdam als auch in Tallinn. 2012 erschien mit «Leemuripoeg Ville teeb sääred» («Ville macht sich auf die Socken») ihr erstes Buch: Der Band erhielt im Erscheinungsjahr den dritten Preis im Wettbewerb der besten estnischen Kinderbücher und wurde rasch zu einem Verkaufserfolg auf dem estnischen Buchmarkt.

Derzeit arbeitet die Autorin an einem neuen Buch. Auch plant sie eine Fortsetzung mit dem Helden ihres ersten Buches, dem kleinen Lemur Ville. Auf diese wartet eine zahlreiche Fangemeinde bereits ungeduldig.

Bild von der Buchpräsentation in Berlin:


«Ville macht sich auf die Socken» – Buchvernissage in der estnischen Nationalbibliothek in Tallinn


 

Ville geht das erste Mal auf Deutsch an die Öffentlichkeit – Bilder von der Buchvernissage am 15. Januar 2014 in Tallinn:


Buchvorstellung «Čia aš varatarius» in Vilnius, Buchhandlung «Jauku»

Am 12. Dezember 2013 fand in der Buchhandlung «Jauku» in Vilnius eine weitere Vorstellung der litauischen Übertragung von Pedro Lenz' Schweizer Bestseller «Der Goalie bin ig» unter dem Titel «Čia aš varatarius» statt. Das Buch wurde von den beiden Co-Übersetzern Rimantas Kmita und Markus Roduner einem sehr interessierten, rund 15-köpfigen Publikum aus Vilnius vorgestellt. Rimantas Kmita las ausgiebig aus der Übersetzung. Das Publikum wurde nach erster kurzer und nur schwach ausgeprägter Skepsis wegen der sprachlich besonderen Form des Textes im Stadtslang von Šiauliai durch den Text gefangen genommen. Die Begeisterung zeigte sich auch in der anschliessenden Diskussion, die fast eine weitere Stunde dauerte und bei der rege Fragen zu Inhalt und sprachlicher Form gestellt wurden.

Der Anlass kann also als rundum gelungen betrachtet werden. Weitere ähnliche Veranstaltungen könnten folgen.


14. Oktober 2013 — Buchvernissage in Vilnius: «Čia aš varatarius» – Pedro Lenz' bärndütscher Bestseller «Der Goalie bin ig» auf Litauisch





Der BaltArt-Verlag geht in seiner völkerverbindenden Kulturvermittlung neue Wege: Erstmals hat er ein Buch aus der Schweiz
 auf Litauisch herausgebracht. Es handelt sich um kein geringeres Werk als den bärndütschen Bestseller «Der Goalie bin ig» von Pedro Lenz. Für die  Übertragung des Romans aus dem Dialekt ins Litauische zeichnen der litauische Schriftsteller Rimantas Kmita und der in Litauen lebende Schweizer Übersetzer, Sprachwissenschaftler und Kulturtäter Markus Roduner verantwortlich. 

Das Buch kann ab sofort bei info@baltart.ch bestellt werden.

Die Preise (exklusive Versandkosten): 6 Franken / 5 Euro / 15 Litas (plus Versandkosten).

Am 14. Oktober 2013 veranstaltet der BaltArt-Verlag im Haus des nationalen Schriftstellerverbands in der litauischen Hauptstadt Vilnius die Buchvernissage.

Autor Pedro Lenz und die Übersetzer Markus Roduner und Rimantas
Kmita lasen auf Bärndütsch und Litauisch aus dem Roman und stellten das facettenreiche Werk vor. 

Video der Lesung in Vilnius von Benediktas Januševičius


Artikel über die Buchpräsentation in Vilnius auf Litauisch: www.lrytas.lt

Kurzer Artikel über die Buchvernissage in der az Aargauer Zeitung / Die Nordwestschweiz, 19.10.2013

Notiz über die Buchvernissage in der Berner Lokalzeitung «Unter-Emmentaler», 29. 10. 2013

Mehr zu Autor und Buch auf Deutsch: 
pedrolenz.ch

Mehr zum Dichter, Übersetzer und Literaturwissenschaftler Rimantas Kmita auf Litauisch:
www.tekstai.lt/tekstai/1-tekstai/263-kmita-rimantas 

Dieses Werk wurde durch die Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia grosszügig gefördert. Der BaltArt-Verlag dankt herzlich!

BaltArt leidykla suka nauju keliu: pirmą kartą lietuviškai publikuojama šveicarų autoriaus knyga. Tai ne kas kita kaip Berno šnekamąja tarme parašytas Pedro Lenzo bestseleris „Čia aš varatarius“. Vertimo į šnekamąją lietuvių kalbą ėmėsi lietuvių literatūrologas ir poetas Rimantas Kmita ir Lietuvoje gyvenantis šveicarų vertėjas, kalbotyrininkas ir kultūrininkas Markus Roduner. 

Knygą galima užsakyti el. paštu info@baltart.ch

Kaina be siuntimo išlaidų: 15 litų / 6 Šveicarijos frankai / 5 Eurai.

2013 metų spalio 14 dieną, leidykla BaltArt Vilniuje surengė knygų sutiktuves, kurios vyko Rašytojų sąjungoje, Vilniuje.

Autorius Pedro Lenz bei vertėjai Markus Roduner ir Rimantas Kmita skaitė ištraukas iš romano Berno vokiečių ir lietuvių kalba ir pristatė įvairiapusį kūrinį.

Kiti Pedro Lenzo skaitymai vyko:

Spalio 12 d., 16 val., Kaune, Maironio lietuvių literatūros muziejuje.
Spalio 15 d., 16 val., Šiauliuose, Kavinėje-knygyne-galerijoje „Sielai“.
Spalio 16 d., 17:15 val., Plungėje, Plungės miesto bibliotekoje.
Spalio 17 d., 16 val., Klaipėdoje, Klaipėdos apskrities viešojoje Ievos Simonaitytės bibliotekoje.

Apie knygą:

Ir kodėl žmogus negali ramiai ir paprastai gyventi, neįsivelti į istorijas, susirasti moterį ir būti laimingas? Kodėl gyvenimas yra kažkoks detektyvas? 
Labai daug laimės ir džiaugsmo gyvenime varatarius nepatyrė. Tame vieninteliame gyvenime, kurio pirmus 33 metus jis  praleido skylėje, vadinamoje Šumertau. Visuomeninė kontrolė čia stipri, narkotikų vartojimo lygis aukštas, o įstatymo rankos ilgos. 
Mirtinas smūgis šio narkomanėlio gyvenime buvo istorija su vienu arabu (ar prancūzu). Penkios tūkstantinės už to tipo pavežimą, lengvi pinigai. Ir kur dar krūva narkotikų bagažinėje pamirštame krepšyje. Kas gali pasakyti, kodėl kartais liežuvis tarsi pats ima pliaukšti: ne, nieko nežinau, kokia dar tašė? O paskui jau vėlu ir orumas neleidžia viską paversti juokais – gerai jau, gerai, va ta jūsų tašė, va čia kažkokie reikalai. 
Bet po metų kalėjimo visa tai –  pernykštis sniegas. 
Grįžęs iš kalėjimo varatarius nori baigti su visomis narkotikų istorijomis ir būti normalus bei laimingas žmogus. Bet ne viskas taip paprasta. 
Skolos ir kaltės išpirktos, varatarius imasi naujo gyvenimo – naujas butas (per pažįstamus) ir net darbas (per pažįstamus). O kai gražioji Regula, ta padavėja iš kabako, kuriame rinkosi visi pažįstami,  ir kurios jis ilgų ilgiausiai ir, tiesą sakant, beviltiškai siekė, sutiko su juo keliaut į Ispaniją, laimė atrodė ranka pasiekiama. Bet kaip varatariui neretai nutinka, likimo sprigtas ir vėl sujaukė visus reikalus.
Beje, apie likimą. Jis varatariaus asmenyje turbūt matė tikrą graikų herojų, kurio vienas svarbiausių požymių (pasak Aristotelio) – nepelnytos kančios. Na, varatarius gal ir nekentėjo visai nepelnytai, bet vis tiek, nereikia juk perlenkt. 
Pasakoti istorijas yra kas kita negu plepėti. Pedro Lenz sąmojingas ir melancholiškai smagus pasakojimas apie plepantį ir pasakojantį, besimokantį gražiai pralaimėti personažą įtraukia. Įtraukia Berno tarmė, kuria romanas parašytas, o išverstas į stilizuotą bazarą. Personažas iš Šveicarijos, kuris primena gerai lietuviams žinomo Jurgio Kunčino (anti)herojus ir galėtų gyventi tarp mūsų.

Pedro Lenz (g. 1965) – poetas, rašytojas, vienas populiariausių šiuolaikinių šveicarų autorių. Pagal jo romaną-bestselerį „Čia aš varatarius“ Berno miesto teatre pastatytas spektaklis, sulaukęs didžiulio publikos dėmesio, greit pagal romaną pasirodys ir filmas. Autorius gimė ir užaugo nedideliame Šveicarijos miestelyje Langentalyje, baigęs mokyklą mokėsi mūrininko amato ir kelerius metus dirbo katalikiškoje organizacijoje su jaunimu. Būdamas jau suaugęs 1995 metais išlaikė brandos egzaminus ir paskui kelis semestrus Berno universitete studijavo ispanų literatūrą. Nuo 2001 metų dirba kaip nepriklausomas autorius.
Šiuo metu P. Lenz gyvena Oltene, kur su dviem draugais įsigijo restoraną, jame klausosi paprastų žmonių pokalbių ir kalbasi su žurnalistais. Autorius yra parašęs tekstų įvairioms teatro trupėms ir Šveicarijos radijui. Be kitų premijų už savo tarmišką romaną pelnė Berno kantono ir vokiečiakalbės Šveicarijos Šilerio premiją.

Bilder von der Buchvernissage im Haus des litauischen Schriftstellerverbands in Vilnius:


25. Juli 2013 – Buchvernissage in Riga: Der lettischer Kultroman «Rīgas Siltums» von Alise Tīfentāle erscheint auf Deutsch




Der BaltArt-Verlag bringt als Band 4 in der «Baltischen Bibliothek» erstmals ein Buch aus Lettland heraus. 
Dieses Mal handelt es sich nicht um ein historisches Werk, sondern um den zeitgenössischen Roman «Rīgas Siltums» von Alise Tīfentāle. 
«Im Sog von Riga» ist eine Geschichte über das Treiben der Künstlerbohème der Stadt zu Anfang des 21. Jahrhunderts. Einblicke – oft mit einem schelmischen Lächeln – in das pulsierende Leben der baltischen Metropole. Hippe Leute in einer hippen Stadt. Clubs, Sex und Schönheitsoperationen – dies und noch vieles mehr bringt uns der schnelle Roman der jungen lettischen Autorin näher. Und macht Lust auf Riga von heute, 10 Jahre später...

Der in Litauen lebenden Schweizer Übersetzer und Sprachwissenschaftler Markus Roduner hat das Werk aus dem Lettischen ins Deutsche übertragen. 

Diverse lettische Kulturinstitutionen (Literature Centre, State Culture Capital Foundation, Ministry of Culture of the Republic of Latvia) unterstützen mit Zuschüssen die Herausgabe dieses Buchs.

Mehr zur Förderung: Siehe List of Supported Projects auf:
www.literature.lv/en

Das Buch kann ab sofort bei info@baltart.ch bestellt werden.
Die Preise (exklusive Versandkosten): 22 Franken / 17 Euro / 11 Lats.

Die Einladungskarte Deutsch und Lettisch

Einladung zur Buchvernissage «Im Sog von Riga»

Am Donnerstag, 25. Juli 2013, findet die Buchvernissage in Riga statt.

Übersetzer Markus Roduner und Autorin Alise Tifentale werden auf Deutsch und Lettisch aus dem Roman lesen und das facettenreiche Werk vorstellen.

Die Schweizer Botschaft in Riga offeriert Schweizer Wein.

Ort: „Birojnīca“
Dzirnavu iela 84 k-2 
(Berga Bazārs)
LV-1050 Riga
Telefon   +371 67 288 407
E-Mail
  birojnica.info@gmail.com

Zeit: Donnerstag, 25. Juli 2013, 18 bis 20 Uhr.

Mit freundlicher Unterstützung der Schweizer Botschaft.

Sie sind herzlich eingeladen!

Grāmatas prezentācijas pasākums «
Rīgas siltums» – «Im Sog von Riga»

Vibrējošā Rīga – Šveices izdevniecība BaltArt laidusi klajā Alises Tīfentāles kulta romānu „Rīgas siltums“ vācu valodā ar nosaukumu „Im Sog von Riga“.

Esat laipni aicināti uz grāmatas prezentāciju, kas notiks ceturtdien, 2013. gada 25. jūlijā no plkst. 18.00 līdz 20.00

Šī romāna fragmentus vāciski un latviski lasīs tulkotājs Markus Roduners un grāmatas autore Alise Tīfentāle.

Šveices vēstniecība cienās ar Šveices vīnu.

„Birojnīca“
Dzirnavu iela 84, k-2 (Berga Bazārs)
Rīga, LV-1050
Tālr. +371 67 288 407
E-pasts: birojnica.info@gmail.com

Pasākuma norise iespējama, pateicoties Šveices vēstniecības atbalstam.


Textauszug

»Wirst du oft gefragt, warum du hier lebst? Du könntest dir doch auch eine elegante Bleibe an jedem anderen Ort leisten.« Ernests' leuchtende Augen und seine flatternde Stimme verrieten, dass er wieder einmal eine Erleuchtung erlangt hatte. Sie saßen auf dem großen Sofa in Adelaides Wohnzimmer und knabberten Nüsse. Adelaide schloss für einen Moment die Augen und glättete mit einer unwillkürlichen Geste wie von Geisterhand die Falten der mokkafarbenen Organza-Bluse.

»Natürlich werde ich das. Ich habe mich das auch schon gefragt. Eine Antwort habe ich. Mir graut vor dem Reisen – alles, was man in einer fremden Stadt sieht, sind Häuser, Menschen und Essen. Alles ist genau wie hier, es sieht nur anders aus. Warum also wegziehen, wenn sich dadurch nichts ändert? Die Einsamkeit vertreibt es auf keinen Fall. Und darum ist es egal, wo man lebt. Ich weiß auch, dass ich früher oder später zurückkehren würde. Da ist dieser besondere Sog von Riga, diese Wärme, in der ich mich wohl fühle, alle kennen einander, alle sind miteinander verbunden. Eine Art Sicherheitsnetz.«

»Auch ich denke darüber nach. Weißt du, Riga ist weder das Hinterland der Welt noch ein Symbol der Peripherie, es ist Zentrale oder Terminal, in dem sich die von anderen Großstädten verschmähten Abenteurer versammeln, die gescheiterten Welteroberer und die besiegten Träumer. So lautet die Regel: Alle, die einst voller Wünsche, Ambitionen und Pläne auf der Suche nach Glück, Ruhm und Geld in fremde Lande aufgebrochen sind, kehren nach vielen Jahren zurück, um wieder in denselben Kneipen zu sitzen und zu trinken. Was bleibt ihnen denn anderes übrig? So viel Schnaps, wie diese Zurückgewiesenen kann man gar nicht trinken. Sie haben nur diesen Ausweg. Von einer großen Bühne in London, Amsterdam oder Stockholm abgewiesen, fehlt dir die Kraft und Motivation, in der Geburtsstadt alles noch einmal von vorne anzufangen. Die Statistik würde sicher belegen, dass Rigas Partyleben zum größten Teil aus hoffnungslosen Losern besteht. Aus einer ganz besonderen Gattung von Losern, deren einst so hohen Ziele und Hoffnungen dermaßen gründlich zerstört wurden, dass sie jetzt nur noch giftige Bemerkungen machen und niemandem mehr glauben.

Zugleich ist die Selbstmord- und Alkoholüberdosierungsrate gar nicht so groß – das Rigaer Grau wartet fürsorglich auf die Rückkehr seiner verlorenen Söhne und nimmt sie taktvoll, so als wäre nichts geschehen, wieder in ihre alte Kneipenrunde auf. Ohne überflüssige Fragen zu stellen, ohne sie in eine peinliche Lage zu versetzen. Wohin auch sonst sollte dieser ambitiöse Abfall gehen? Da macht es nichts, wenn wir alle vor Einsamkeit den Verstand verlieren.«

 

Die Autorin Alīse Tīfentāle
Alise Tīfentāle (*1977) ist Schriftstellerin, Redaktorin, Kunsthistorikerin und Kuratorin. Zur Zeit lebt und arbeitet sie in New York, wo sie an der City University of New York ihre Dissertation in Kunstgeschichte schreibt und am York College sowie am Bronx Community College Kunstgeschichte unterrichtet. 
Alise Tīfentāle ist als Tochter einer Künstlerfamilie in der lettischen Hauptstadt Riga aufgewachsen. Ihr Vater war Maler, ihre Mutter Fotografin. 
Bereits als 15-Jährige begann sie zu schreiben – als Journalistin für Rockmusik in einem Jugendmagazin.
Während sie Kommunikationswissenschaften an der Universität von Lettland studierte, begann sie für die grösste Tageszeitung Lettlands und für verschiedene Lifestyle-Magazine über zeitgenössische Kunst Artikel zu verfasse. In ihrer eigenen Fernsehsendung «Alise stellt vor» berichtete sie über die Entwicklungen in der zeitgenössischen Kunstszene von Riga.
Seit 2001 hat sie zahlreiche Presse- und Buchbeiträge zu einem umfassenden Themenspektrum verfasst – von der Fotografie zur Sowjet- und Post-Sowjetzeit bis zu zeitgenössischer Kunst. 
Alise Tīfentāle ist Gründerin des Magazins «Foto Kvartals», das sich der Geschichte der Fotografie und der Fotografiekritik widmet. Sie selber stand dem Blatt von 2006 bis 2010 als Chefredaktorin vor. Ihr letztes Buch «The Photograph as Art in Latvia, 1960-1969», erschienen 2011, untersucht die herausragende Bedeutung der Fotografie als offiziell nicht anerkannte Kunstform für das künstlerische Establishment der Sowjetunion. Alise Tīfentale hat diverse Ausstellungen über zeitgenössische lettische Fotografie kuratiert, unter anderem 2008 eine Schau in Moskau mit dem Titel «Private». An der 55. Biennale in Venedig om Jahr 2013 war sie Co-Kuratorin des lettischen Pavillons «North by North East». 

Alise Tīfentāle ist aber nicht nur im Kunstbereich tätig, sondern hat sich auch schon früh als Schriftstellerin hervorgetan. Bisher hat sie drei Bücher veröffentlicht – 1999 die Kurzgeschichten- Sammlung «Hotel Rīga» sowie die Romane «The Main Prize – A Trip for Two» (2001) und «Im Sog von Riga» (2003). 
Bereits seit 1996 erschienen Stories und Fragmente aus ihren entstehenden Werken in verschiedenen Publikationen und wurden auch ins Finnische, Litauische und Estnische übersetzt. Ihr Schreiben verbindet Autobiographisches und Fiktion. 
Den amerikanischen Autor Hunter S. Thompson and die lettische-amerikanische Autorin Anšlavs Eglītis bezeichnet Alise Tifentāle als ihre literarischen Vorbilder und Inspirationsquellen.
Die Romane von Alise Tīfentāle reflektieren die Widersprüche in unserer zeitgenössischen Gesellschaft, die sich im Spannungsfeld von Mainstream-Massenkultur und ungeschriebenen Gesetzen der verschiedenen Subkulturen, vor allem derjenigen der Kunstwelt, der sie selber angehört, bewegen.

Bilder von der Buchpräsentation in Riga (Fotos: Daiva Daniel)